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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 352 mal aufgerufen
 Aktuelle Tagespolitik
Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

30.09.2010 18:26
RE: Polizeieinsatz bei Stuttgart 21 antworten

Angekündigte Proteste rechtfertigen nicht ein Übermaß beim Polizeieinsatz. Wenn die Verletzung der Verhältnismäßigkeit kein juristisches Nachspiel für die Verantwortlichen hat, dann hätte ich auch Bedenken hinsichtlich unserer Rechtsstaatlichkeit.

Es gilt jetzt nicht den einzelnen Polizisten zu verfolgen, sondern die Befehlsgeber.
Es gilt zu überprüfen, welche Einsatzvorgaben herausgegeben wurden.
Es gilt hierfür einen Untersuchungsausschuss sofort zu fordern.
Es gilt, für die Opfer die bundesdeutsche Solidarität zu zeigen.
Es gilt, die Kanzlerin zu fragen, ob sie das für den neuen Weg der Republik hält.

So lädt man als Staat die Rechtsradikalen ein! Das Demonstrationsrecht als Ausdruck der freien Meinungsäußerung ist ein Grundrecht. Dem muss man auch nach abgeschlossenen Verfahren Raum geben. Hier ein Exempel statuieren zu wollen ist zutiefst bürgerverachtend. Man kann sich auch Zeit lassen und dem Protest sein Ventil. Der Regierung in BW sollten die Bürger bei den nächsten Wahlen zeigen, was sie von so viel Demokratieverständnis halten. Man wollte doch miteinander reden und sich verständlich machen.

Ist das die neue Sprache der Politik?
Hat man vergessen wie das Übermaß sein Eigenleben entwickeln kann?
Hat man Benno Ohnesorg vergessen?
Wollen wir, dass sich das wiederholt?

Frau Merkel! Das ist die Stunde für Antworten, nicht für's Abwarten!!!

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. “
Mahatma Gandhi

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Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

30.09.2010 22:10
#2 RE: Polizeieinsatz bei Stuttgart 21 antworten

Was wäre, wenn in Stuttgart alle Demonstranten abzögen und stattdessen in Deutschland überall Mahnwachen gehalten würden. Jeden Donnerstag bis die Regierung in BW zurücktritt. Was wäre, wenn man die Kanzlerin aufforderte, sich klar zu distanzieren oder selbst zurückzutreten. Die Bürgerinnen und Bürger in BW dürfen die Hilfe aller Menschen in Deutschland anfordern, so wie der Minister die Polizei.

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Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

01.10.2010 04:52
#3 RE: Polizeieinsatz bei Stuttgart 21 antworten

Mein Land lässt mich nicht schlafen

Es hat sich in mein Land gefressen,
das faulige Gefühl von Hilflosigkeit.
Wir hatten die Zukunft schon besessen,
jetzt fallen wir in die Vergangenheit.

Was ist aus meinem Land geworden,
das so viel Hoffnung in sich trug?
Der Staat schützt nachts das Bäume morden
und übt am Tage den Betrug.

Schämt ihr euch nicht, ihr Volksvertreter,
was ihr da alles geschehen lasst?
Mit Wissen werdet ihr zum Täter,
dass euch das Volk bald nur noch hasst.

Doch fühlt euch nicht zu sicher in den Sesseln,
der Krug nicht erst am Brunnen bricht.
Der Mensch erträgt auch keine neuen Fesseln,
schon morgen steht ihr vor Gericht.

Copyright Gerhard Falk

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Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

01.10.2010 09:50
#4 RE: Polizeieinsatz bei Stuttgart 21 antworten

Brief an einen Freund:

Jetzt habe ich zwei Stunden geschlafen, für meine Frau die Brötchen geholt und noch immer kann ich keine Ruhe finden. Als ich meiner Frau von den Bildern der Nacht erzählte, habe ich bitterlich geweint. Ich habe um mein Land geweint, in dessen Gesicht ich sehen musste. Es war diese menschenverachtende Kälte, die ich gesehen habe. Der BW-Innenminister kam mir vor wie ein Scharfrichter.

Und man hat vorher gewusst, was man da angerichtet hat. Die Anforderung von Polizei aus mindestens 4 Bundesländern ist von langer Hand erfolgt. Das hat auch die Kanzlerin bei ihrem täglichen Lagegespräch erfahren und auch das ganze Kabinett. Alle haben sie es gewusst. Und das Ergebnis haben sie gesehen. Was sagt die Kanzlerin heute dazu? Sie spricht von Verkehrsinfrastruktur. Das erste Wort heute hätten den zutiefst körperlich und seelisch verletzten Menschen dieser Nacht gehört. Das ist die Kälte, in der Deutschland langsam einfriert. Sie hat nichts begriffen, was sich da 1989 ereignet hat. Sie ist vom Machtvirus eines Helmut Kohl infiziert, doch bei ihr ist er noch einmal mutiert.

Was haben wir falsch gemacht? Das fragte mich ein Altersgenosse bei Facebook. Ich weiß es nicht. Vielleicht haben wir nur zu lange zugeschaut und geglaubt, dass die junge Generation es schon packen wird.

Diese Gesellschaft hat das schleichende Gift des IMMER-MEHR gezüchtet und solche Säcke hoch gespült, die heute die Fäden ziehen.

Um gegen 2.30 Uhr traten auf den Balkon des Bahnhofs drei oder vier Männer, rauchten dicke Zigarren und schauten sich das Spektakel mit sichtlicher Zufriedenheit an. Einer aus dem Bahnvorstand soll dabei gewesen sein. Ich hätte sie erschlagen können und bin erschrocken über meine Gefühle.

Noch in der Nacht hatte ich vorgeschlagen, dass alle Demonstranten nach Hause gehen und die Hundertschaften der Polizei alleine stehen lassen. Jeden Donnerstag sollten in Deutschland nun Mahnwachen stattfinden bis die Verantwortlichen freiwillig gegangen sind. Bis dahin hätte ein Netz von Menschen in den Hungerstreik treten können. So hätte es Gandhi gemacht. Doch meine friedlichen Gedanken sind von den Bildern in blanke Wut gekehrt worden.

Deutschland ist nach dieser Nacht nicht mehr das gleiche Land. Das wird uns noch schrecklich klar werden. Hoffentlich wendet es sich zum Guten. Meine Hoffnung allerdings ist zur Stunde eher gering.

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