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 Aktuelle Tagespolitik
Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

09.09.2008 09:41
RE: Idealismus war gestern? antworten

Die große Koalition in Berlin hat es offenbart: Idealismus war gestern. Aber was ist heute? Es scheint so, dass die den Kapitalismus treibende Kraft der menschlichen Unersättlichkeit nunmehr endgültig die Bühne übernommen hat. Das Streben nach sozialer Gerechtigkeit ist längst schon in den Nebelkerzen der Begriffsverwirrungen verloren gegangen.

Da wird zum Beispiel von „neuer“ sozialer Marktwirtschaft geredet, wenn man in trauter Gemeinsamkeit von CDU-, SPD- und GRÜNEN-Protagonisten und Wirtschaftsmächtigen munter modernen Ausbeutungsmechanismen den Weg bereitet. Da wechseln SPD-Spitzenpolitiker und Bundeskanzler in die Vorstandsetagen der Konzerne, Bundestagsabgeordnete treten ungeniert als Lobbyisten von Unternehmerverbänden auf, Konzernpersonal arbeitet in der Ministerialbürokratie an Gesetzentwürfen der Regierung, und jetzt leistet die SPD-Führungsriege auch noch Wahlkampfhilfe für eine CDU-Bundeskanzlerin. Bevor sich die SPD ihres gesellschaftspolitischen Ideals erinnert, wird schnell die Notbremse gezogen. Quasi wie aus dem Hut gezogen stehen „neue“ Schauspieler in der Szene, die etwas Unwirkliches hat. Doch es ist Realität.

Wer nun glaubt, dass diese unverhoffte Wahlhilfe für die LINKE dort einen Hort der Kämpfer für soziale Gerechtigkeit entstehen lässt, der irrt sich gewaltig. Dort sitzen auch nur verantwortungslose Egoisten, die für das eigene Machtstreben die Gutmeinenden gnadenlos missbrauchen. Vom Anfangserfolg berauscht wird ein Personal nach oben gespült, das überall seht nur nicht in der Tradition einer wirklich sozialen Marktwirtschaft. Wie die Rattenfänger sammeln sie ein, was sich enttäuscht von den in Regierungsverantwortung befindlichen Parteien abwendet.

Es gibt sie aber noch, die aufrecht denkenden Parteimitglieder in allen Parteien, die im Fußvolk marschieren und nicht mehr wissen, welche Richtung ihre „Oberen“ da gerade verfolgen. Und es gibt noch Wählerinnen und Wähler, die gerne wieder eine wirkliche Wahl hätten. Es sind keine unverbesserlichen Träumer, sondern Menschen, die in einer gerechten und freiheitlichen Welt leben und nicht nur Produktionsfaktoren sein wollen. Sie werden sich nicht angewidert abwenden sondern in Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und der Öffentlichkeit benennen, was da falsch läuft, die Gefolgschaft verweigern und einfordern werden wohin die Reise gehen soll. Denn sie sind das Volk, und sie werden sich ihre Ideale nicht wegnehmen lassen!

(9.8.08)

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. “
Mahatma Gandhi

www.falk-dautphetal.eu

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