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 Aktuelle Tagespolitik
Gerhard Falk Offline




Beiträge: 437

28.01.2008 11:00
RE: Hartz-Koch-Mehdorn-Nokia & Co. AG antworten

Prosperität im Zeichen der Globalisierung ist die Abwesenheit von Solidarität.

Der Mensch ist zunächst ein wirtschaftendes Wesen, dessen Ziel der Erfolg und damit der Machtzuwachs ist. Was ihn alleine ausmacht ist der Besitz. Er ist sichtbares Zeichen seines Erfolges. Er ist auch die Form der modernen Auslese. Selektion der wirtschaftlich Erfolgreichen sichert globales Überleben und bildet eine neue Art heran, die sich erneut aufmacht, sich die Welt untertan zu machen. Wer auf diesem Weg nicht mitkommt, der muss als Kollateralschaden abgeschrieben abseits des Weges zurück bleiben.

Der neue Mensch, der „homo-oeconomicus“, ist auf der Bühne der Menschheitsgeschichte aufgetreten und verkündet seine neuen Wahrheiten und seinen globalen Machtanspruch. Seine Protagonisten haben in Deutschland ihre Filiale etabliert, die bereits unter dem viel versprechenden Namen der „Hartz-Koch-Mehdorn-Nokia & Co. AG ihre tiefen Spuren hinterlassen hat.

Alt-68er-Realos sind in der Managementebene genauso zu finden, wie die heutige Riege des Politprofinachwuchses. Auch die vermeintliche „Bewegung“ der „Neuen sozialen Marktwirtschaft“ ist die gut getarnte Truppe der Traum-Augen-Sand-Verstreuer, die über die wahre Richtung des Weges hinwegtäuschen will. Da ändern auch die Lafontaines und Geißlers nichts, die sich aus welchen Gründen auch immer, irgendwo in der Situationsanalyse getroffen zu haben scheinen.

Längst ist der Lockruf des goldenen Kalbes so global laut zu hören, dass sich kaum jemand dem zu entziehen vermag. Selbst die scheinbar human-solidarischen Leistungen in die bedürftig gemachten Teile der Welt dienen letztlich der eigenen Positionsbehauptung und Verhinderung Schlimmerem: Sie könnten ja kommen und sich holen, worauf sie Anspruch zu haben glauben.

Deshalb ist es die Sicherheit, die letztlich höher eingestuft wird als die Freiheit, weil Freiheit ohne die Bewahrung der Besitztümer nicht mehr denkbar erscheint, nicht einmal mehr „denkbar“. Was die mittelalterliche „christliche“ Kirche und auch heute noch die islamistischen „Religionsverkünder“ noch mit Jenseitsdrohungen und jenseitigen Verheißungen bewirken mussten gelingt heute offensichtlich mit diesseitigen Terrorängsten. Von „westlichen“ Werten und christlichen Tugenden wird nur noch zur eigenen Gewissensberuhigung gesprochen, falls sich da noch hier oder da ein solches regen sollte.

Die nackte Realität lässt solches jedoch nicht mehr zu. Da scheint es selbstzerstörerisch, die Freiheit des Menschen über eine trügerische Sicherheit zu stellen. Da scheint es utopisch nach einer gerechten, weil an den Menschenrechten ausgerichteten, Weltwirtschaftsordnung zu verlangen, die alle Werte einer humanen Gesellschaft verteidigt und Solidarität aller Menschen über das Prinzip der Gewinnmaximierung stellt.

Zurück zur Hartz-Koch-Mehdorn-Nokia & Co. AG, die da als Synonym dieser Entwicklung steht: Was hat die im vergangenen Jahrhundert etablierte Arbeitnehmermitwirkung in den „Aufsichtsräten“ geholfen? Sie bieten doch heute immer mehr eine ohnmächtige, ja teilweise lächerliche Figur. Was haben sie den wirklich verhindert? Die Gewerkschaftsoberen sind vielfach Teil dieses Systems geworden.

Eine kleine Eisenbahnergewerkschaft, die sich eben nicht vom Mehdorn-Bahn-Goliath hat kaufen lassen, zeigt, dass auch heute noch ein David seinen Stein schleudern kann, wenn er es nur will. Das macht Hoffnung, dass noch nicht alles vergessen ist. Auch der Ausgang der Landtagswahl in Hessen sollte Mut machen, dass man sich künftig an den Koch-Rezepten eher den Magen verdirbt, als dass man sie nachkochen möchte.

Gerhard Falk, 27. Januar 2008

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. “
Mahatma Gandhi

www.falk-dautphetal.eu

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